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Trekking - Peru - Inkatrail

9. Teil - Titicacasee - Uro - Taquile

Im Süden Perus liegt der große Titicacasee, auch das Meer der Anden genannt. In Puno waren wir erst einmal sehr enttäuscht vom Titicacasee. Dreckig und stinkend lag er vor uns. Wir erfuhren, dass sämtliche Abwässer aus Puno, immerhin eine Millionenstadt, im See landen und er deshalb auch Pippikakasee genannt wird.

Der Titicacasee ist der höchstgelegene schiffbare See der Welt, er liegt auf 3800 m und hat eine Größe von 190 mal 65 Kilometern. In ihn passt 16 Mal der Bodensee.

Über zwei interessante Inseln wollen wir euch jetzt noch in Wort und Bild erzählen. Nach einer halben Stunde Bootfahrt kamen wir zu den schwimmenden Inseln der Uro.

Einst waren die Uro ein stolzes Volk, das einzige im Reich der Inka, das nicht von ihnen unterworfen wurde, denn bei den Auseinandersetzungen zogen sie sich einfach auf ihre Schilfinseln zurück. Heute sind die Inseln nur noch Touristenattraktionen. Die Inseln bestehen aus Schilf, die Häuser aus Schilf und die Boote natürlich auch. Die Frauen weben die bestfarbigen Teppiche und Ponchos. Leider passen die Frauen ihre Webkunst immer mehr dem Geschmack der Touristen an, so dass die überlieferten Muster in Vergessenheit geraten. Trotzdem war es ein eindrucksvolles Erlebnis die Füße mitten im Titicacasee auf eine weiche, schwankende nur aus Schilf bestehende Insel zu setzen.

Schilfrohr schmeckt lecker, zumindest ist dies vertrauenswürdiger als das arme Vögelchen.

Weiter ging es auf die Insel der strickenden Männer.

Ja, ihr lest richtig, strickende Männer. Auf dieser Insel wollten wir auch bei einer Familie übernachten.
3 Stunden Schiffsfahrt und wir legten an einer romantischen Stelle, im tiefblauen Wasser an.

400 Meter aus dem Meer der Anden erhebt sich diese Insel. Taquile ist das Beispiel dafür, dass Touristen nicht gleichzeitig das Ende der Traditionen bedeuten muss. Die Männer stricken unentwegt und das Spinnen ist Sache der Frauen.

Bis heute gibt es auf Taquile kein Hotel, kein Strom und kein fließendes Wasser. Wenn es dunkel wird geht es ins Bett und wenn es hell wird an die Arbeit. Touristen werden gegen ein geringes Entgelt bei Familien untergebracht. Unterkunft und Verpflegung sind einfach. Man kommt mit der Inselbevölkerung in Berührung und lernt ihr Leben kennen. Ein Gesetz der Freundschaft, was auf der Insel Bestand hat, ist es sich mit dem Vornamen anzusprechen. Der Aufstieg vom Bootsanleger über 536 Treppen, ja ihr lest richtig, schon wieder Treppen, ist in der dünnen Luft auf 4000 Höhenmeter nicht gerade ein Spaziergang. Oben angekommen, bietet sich ein grandioser Blick über das tiefblaue Meer der Anden.

Wir erfuhren, dass auf der Insel die meisten Menschen durch Unfälle sterben und das meist durch einen Blitzschlag. Und wie sollte es anders sein, es wurde dunkel und als wir im Bett lagen gewitterte es. Ganz wohl war mir nicht. Es war wunderschön die Gastfreundschaft, die Insel und die Menschen kennen zu lernen.

Leider hieß es nun Abschied nehmen von Land und Leuten und von Peru. Doch einen Wunsch hatte ich mir noch nicht erfüllt und der sollte jetzt Wirklichkeit werden.

Wenn ich schon am Pazifik bin, wollte ich zumindest einmal rein. Also Schuhe und Socken aus und rein. Unsere Trekkingsäcke warteten schon auf den Abflug nach Deutschland, als meine Füße ein wenig vom Wasser des Pazifiks umspült wurden. Ach was soll’s, noch ein Stück weiter kann ich schon gehen. Dann plötzlich eine große Welle. Ich kam nicht schnell genug zurück, die nackten Füße und die Steine hinderten mich daran. Bis zum Hintern war ich klatschnass.

Und nun? Zurück zu Hotel und Hose trocken fönen. Es war ecklig in der nassen Hose durch Lima zum Hotel zu laufen. Doch uns blieb nichts anderes übrig, so konnte ich nicht nach Deutschland zurückfliegen.

Nun sind wir zurück, die Erlebnisse und Eindrücke in uns, die Hosen nicht mehr nass, das Salz des Pazifiks rausgewaschen, glücklich auf dem Pass gestanden zu haben und froh, dass ihr so zahlreich unsere Geschichte gelesen habt.

Bildergalerie

Titicacasee  Bei den Uros  Bei den Uros

Bei den Uros  Bei den Uros  Taquile

Taquile  Taquile  Taquile

Taquile  Taquile 

Pazifik  Pazifik  Pazifik

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