Ihr seit hier: Trekking - Indien - 11. Teil
Am vorletzten Abend erreichten wir das Städtchen Agra. Es war soviel Smog, das man kaum ein Gebäude in 100 Metern Entfernung sehen konnte. Wo fangen wir denn nun an zu suchen? Unser Weg führte uns ein weiteres Mal in ein Fort, welches etwas oberhalb der Stadt lag. Wir schauten uns aufmerksam um.
Es war einfach zum Verzweifeln. Wir fanden das Wunder nicht. Wir waren müde und hatten eigentlich schon soviel wunderbares erlebt und gesehen, dass wir es kaum verarbeiteten konnten.
Langsam ging die Sonne unter und im letzten Schein funkelte uns der blütenweiße Diamant entgegen. Dort ist es, das größte Wunder und Märchen der Welt.
Langsam tauchte aus dem Morgennebel der weiße Diamant auf. Leute aus aller Welt hatten unser Märchenschloss, unser Wunder gefunden, das Taj Mahal. Es existiert wirklich. Bis jetzt kannten wir dieses nur aus den unzähligen Märchen, die wir in unserer Kindheit gehört haben und jetzt machten wir einen Schritt in eine Märchenwelt und das zu meinem Geburtstag.
Ich kam wir vor, wie die Prinzessin in meinem Lieblingsmärchen „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Vorsichtig betraten wir den weißen Marmor. Diese Höhe, diese Größe, dieses leuchtende Weiß, uns blieb die Stimme weg. Trotz der vielen Menschen war es hier Mucksmäuschen still. Es war wirklich ein Wunder. Wie kann ein solches Gebäude aus dem schweren und festen Marmor so filigran und graziös wirken? Indische Frauen in ihren bunten Saris wirkten noch bunter und die Farben stachen ins Auge. Es war wundervoll und märchenhaft zugleich.
Schweren Herzens mussten wir dann aber trotzdem den Rückweg antreten. Den Weg zurück aus dem Land der tausend Wunder.
Wir haben soviel gesehen, erlebt und Wunder entdeckt, dass es schon fast märchenhaft klingt, aber alles was ihr gesehen habt, ist wahr und wirklich passiert. Und trotz der Wunder und Märchen, hält auch in Indien der Fortschritt Einzug, wenn auch manchmal mit einem lachendem Auge.
Wenn uns heute jemand fragt, was denn nun das größte Wunder der Reise war, sind wir uns einig. Dieses Wunder konnte man nicht sehen, aber wir haben es während der gesamten Zeit gespürt. Wir sind für drei Wochen in unsere Kindheit zurückgekehrt, haben Märchen wahr werden sehen und waren mittendrin. Wir waren die Figuren im Märchen und haben gemeinsam Wunder erlebt. Wir wissen, es gibt sie noch die Wunder dieser Welt. Man muss sich nur darauf einlassen und manchmal auf Kleinigkeiten achten. Jetzt neigt sich unsere wahre Geschichte dem Ende entgegen. Und wie ein richtiges Märchen endet, endet dann auch unsere Geschichte:
Und wenn die Wunder nicht gestorben sind, entdeckt man sie noch heute.
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